Die Piratenpartei nicht über die 5 % zu hieven hilft den großen Parteien
Man nehme folgendes (hypothetisches) Ergebnis der Bundestagswahl:
Die Piratenpartei hat sich bei den letzten Wahlen immer gesteigert. Die Mitgliederzahlen sind quasi explodiert. Und im RTL Nachtjournal vom 2009-09-18 sagt Politikwissenschaftler Gero Neugebauer, dass sie die 5 % schaffen könnten. In den Ergebnissen der klassischen (Telefon-)Umfragen erscheinen sie nicht, weswegen jede Zahl von 1 bis 7 möglich ist. In diesem Beispiel eben 4 %.
Prozentpunkte aller Parteien, die die 5-%-Hürde (im Beispiel) nicht geschafft haben: 7
Und diese 7 sind wichtig. Denn im Bundestag werden jetzt nicht 7 % weniger Sitze vergeben, sondern alle 598 (zzgl. Überhangmandate, die ich der Einfachheit halber ignoriere). Die CDU/CSU hat zwar 35 % der Stimmen, aber 37,6 % der Stimmen, die für Parteien abgegeben wurden, die die 5-%-Hürde übersprungen haben. Und damit auch 37,6 % aller Sitze.
Die Sitzverteilung (Anteil der Sitze in Klammern):
Jetzt haben die CDU/CSU nur noch 36,1 % aller Sitze: 216 statt 225. 9 weniger. Wegen 1 Prozentpunkt mehr für die Piratenpartei.
Die neue Sitzverteilung:
Die Piratenpartei hat sich bei den letzten Wahlen immer gesteigert. Die Mitgliederzahlen sind quasi explodiert. Und im RTL Nachtjournal vom 2009-09-18 sagt Politikwissenschaftler Gero Neugebauer, dass sie die 5 % schaffen könnten. In den Ergebnissen der klassischen (Telefon-)Umfragen erscheinen sie nicht, weswegen jede Zahl von 1 bis 7 möglich ist. In diesem Beispiel eben 4 %.
Prozentpunkte aller Parteien, die die 5-%-Hürde (im Beispiel) nicht geschafft haben: 7
Und diese 7 sind wichtig. Denn im Bundestag werden jetzt nicht 7 % weniger Sitze vergeben, sondern alle 598 (zzgl. Überhangmandate, die ich der Einfachheit halber ignoriere). Die CDU/CSU hat zwar 35 % der Stimmen, aber 37,6 % der Stimmen, die für Parteien abgegeben wurden, die die 5-%-Hürde übersprungen haben. Und damit auch 37,6 % aller Sitze.
Die Sitzverteilung (Anteil der Sitze in Klammern):
- CDU/CSU 225 (37,6 %)
- SPD 148 (24,7 %)
- GRÜNE 71 (11,8 %)
- FDP 77 (12,9 %)
- DIE LINKE 77 (12,9 %)
- PIRATEN 0 (0 %)
- Sonstige 0 (0 %)
Jetzt haben die CDU/CSU nur noch 36,1 % aller Sitze: 216 statt 225. 9 weniger. Wegen 1 Prozentpunkt mehr für die Piratenpartei.
Die neue Sitzverteilung:
- CDU/CSU 216 (36,1 %)
- SPD 142 (23,7 %)
- GRÜNE 62 (10,3 %)
- FDP 74 (12,4 %)
- DIE LINKE 74 (12,4 %)
- PIRATEN 31 (5,2 %)
- Sonstige 0 (0 %)
Labels: Bundestagswahl, Piratenpartei, Politik
2 Kommentare:
Das Problem der Kleinparteien treffend analysiert. Die Unter-5-%-Stimmen lassen sich aber auch anders und deutlich sicherer verringern: einfach eine Partei wählen, die sicher über die 5-%-Hürde kommt. Also spätestens am 27.9.2009 die Zweitstimme für die CDU/CSU, SPD, FDP, Linke oder Grüne ankreuzen.
Die Unterstützung der Piratenpartei ist beim Point-of-no-Return angelangt. Die Stimmenzahl bekommt man nicht mehr klein. Deswegen muss man sie eher jenseits der 5 % pushen, statt den Status quo im Bundestag zu erhalten.
Die Piratenpartei ist so transparent, dass man dort weniger die Katze im Sack kauft als bei den anderen Parteien. Der Unterschied ist: Bei den anderen Parteien hat man die schlechte Leistung und die Lügen schon erlebt. Teilweise am eigenen Leib.
Selbst wenn ich mich nicht über die Piratenpartei informiert hätte, würde ich tendenziell eher diesen Leute eine Chance geben.
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