2009-09-25

Taktisch wählen

Wer taktisch wählt, bekommt Taktiker statt Themen.

Überall hört und liest man nur noch vom Verhindern. Rot-Rot-Grün, Schwarz-Rot und Schwarz-Gelb sind die häufigsten Angst-Szenarien, die man unbedingt verhindern muss.

Und was bringt das? Es treffen Verhinderer der großen Koalition auf Verhinderer des Angie-Guido-Alptraumpaares. Am Ende gleicht sich alles wieder aus.

Und Politiker deuten die Stimmen meistens eh wie es ihnen gefällt.

Gewinnen die Rechten, macht Koch demnächst wieder eine Unterschriftenkampagne gegen doppelte Staatsbürgerschaft. Geht niemand zur Wahl, wird öffentlich über Politikverdrossenheit geschluchzt und trotzdem (oder gerade deswegen!) so weiter gemacht wie bisher. Gewinnen die Linken, hetzt Müntefering nicht mehr gegen Erwerbslose, die kein Brot bekommen sollen wenn sie nicht arbeiten, sondern über die Heuschrecken, die die Schröder-Regierung selbst ins Land geholt hat.

Bitte nicht taktisch wählen!

27 Parteien stehen zur Wahl. Sucht Euch aus was passt! Nicht was eine Koalition verhindert, eine Koalition ermöglicht, 0,5 %, 3 % oder 5 % schafft oder nicht schafft. Themen sollten wieder wichtig werden. Keine Taktik.

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2 Kommentare:

Anonymous denneeze meinte...

Ich denke, die Entscheidung für eine Partei auschließlich auf Themen auszurichten ist nur möglich, wenn man sich auf ein oder zwei relevante Themen beschränkt.

Zwei Beispiele: Ich liebe Tiere sehr und bin sogar aktiv im Tierschutz tätig. Würde ich deshalb die Tierschutzpartei wählen? Sicher nicht. Auch möchte ich später einmal Familie gründen, die bestimmt den größten Stellenwert in meinem Leben einnehmen wird. Und was liegt da näher als die Familienpartei?! Doch niemals würde ich sie wählen.

Und warum? Weil ich viele Themen für wichtig erachte. Themen, die bei rein "themenorientierten" Parteien nicht mal im Parteiprogramm stehen. Sei es Umwelt, Atomausstieg, Bildung, Kündigungsschutz oder Kinderbetreuung.

Daraus ergibt sich für mich natürlich ein Dilemma: Die Partei, die all meine Themen nach meinen Interessen verfolgt, wird es nie geben. In diesem Ressort vertritt sie genau meine Meinung, in einem anderen Ressort genau das Gegenteil.

Die gewählte Partei ist demnach für mich immer ein Kompromiss - manche sagen auch "das kleinste Übel".

-denneeze

26. September 2009 00:09  
Blogger Stefan Scholl meinte...

Wenn keine Partei die Wunschthemen abdeckt, kann man versuchen eine Partei entsprechend mitzugestalten.

Die Piratenpartei hat dazu Arbeitsgruppen: http://wiki.piratenpartei.de/Arbeitsgruppe

Z. B. AG Tierrecht: http://wiki.piratenpartei.de/AG_Tierrecht

Familienpolitik wird auch diskutiert: http://wiki.piratenpartei.de/Familienpolitik

26. September 2009 00:22  

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