2010-01-06

Warum das Jahr 2010 manchen Computern Probleme bereitet

Die Jahreszahl wechselt von 2009 auf 2010 und Computer spielen verrückt. Man kann kein Geld mehr abheben, normale Nachrichten werden fälschlich als Spam erkannt, SMS stammen plötzlich aus dem Jahr 2016, Sicherheitsupdates funktionieren nicht, Computerkassen stellen auf das Jahr 2016 um, …

Eine lange Liste geht durch die Nachrichten. Nicht jeder ist von allem betroffen. Und nicht jedes Problem hat die selbe Ursache.

2010 ist spammig

False-Positives bei Spam gründen meistens in der Verwendung des Spam-Filters Spamassasin. Der gewichtet verschiedene Anzeichen für typische Spamnachrichten. Für jedes Anzeichen gibt es eine Regel mit einer Punktzahl. Ist diese Punktzahl überschritten, landet die E-Mail im Spam-Ordner. Spammer benutzen manchmal gerne ein Absendedatum in der Zukunft, damit sie bei den neuen E-Mails zuerst einsortiert werden. Eine veraltete Filterregel von Spamassassin hat die letzten Jahre gut damit gefahren, alles ab 2010 eine böse Absicht zu unterstellen. Peinlich, peinlich.

2016

In der obigen Auflistung fällt das Jahr 2016 auf. Warum meinen manche Systeme es wäre schon 2016?

Beim alten Jahr-2000-Problem war eine der Ursachen die Verwendung von nur 2 Ziffern für die Speicherung von Jahreszahlen. 1984 wurde nur als 84 gespeichert. Das spiegelt übrigens auch die verbreiteten Datums-Schreibweisen wider, die man weltweit einsetzt. Den 3. September 1984 schreibt man u. A. 03.09.84, 3.9.84, 3/9/84, 9/3/84, …

Beim Wechsel von 1999 auf 2000 musste also eine Lösung gefunden werden den Wechsel von 99 auf 00 zu verkraften. Die beste Lösung hat auf 4 Stellen erweitert. Ein paar Lösungen haben nur um 1 Stelle als Jahrhundertkennzeichen erweitert. Andere benutzen ein Fenster. Wenn heute jemand 06.01.10 schreibt, ist es wahrscheinlich, dass 2010 gemeint ist und nicht 1910 oder 1810. So interpretieren einige Systeme alles von 00 bis XX als Jahreszahl aus diesem Jahrhundert, alles ab XX bis 99 als Jahreszahl aus dem letzten Jahrhundert. Dabei ist das XX unterschiedlich. Je kleiner, desto früher wird uns dieses Problem auch in den Hintern beißen.

Zurück zu 2016: Man hat die alten Fehler wiederholt. Vermutlich weil sich die aktuelle Datumsschreibweise nach ISO 8601 nicht durchgesetzt hat, sind die Denkweisen immer noch falsch verdrahtet. Statt den heutigen Tag 2010-01-06 zu schreiben, verwendet man weiterhin veraltete Schreibweisen mit 2-stelligem Jahr.

So hat man sich nichts dabei gedacht, nur 1 Byte für die Jahreszahl zu verwenden. Laut aktueller Definition von Byte (ja, war früher anders), besteht 1 Byte aus 8 Bits. Das ist genug Zahlen von 0 bis 255 zu speichern. Es gibt aber auch Kodierungen wie BCD, bei denen man je Halb-Byte (4 Bit) pro dezimaler Ziffer aufwendet. Die 4 Bits eines Halb-Bytes könnten Zahlen von 0 bis 15 speichern. In BCD benutzt man aber nur 0 bis 9. Ein solches Halb-Byte ist also wie eine dezimale Ziffer, wie wir sie auch per Hand schreiben.

Von der Jahreszahl 2009 wird nur 09 gespeichert. 0 im ersten Halb-Byte und 9 im zweiten Halb-Byte:

binär 0000 1001 = BCD 09 = dezimal 9


Und im Jahr 2010:

binär 0001 0000 = BCD 10 = dezimal 16


Ha! Da ist die 16! Und da ist auch schon die Ursache.

Die Programmierer haben nicht die Spezifikationen der Systeme gelesen, die sagten »Jahreszahl 2-stellig, Kodierung BCD«. Das Bitmuster einer BCD-Zahl und einer binär kodierten Zahl ist von 0 bis 9 gleich. Das ging 10 Jahre gut: 2000, 2001, 2002, …, 2009.

Und vor ein paar Tagen hat es dann gekracht. Nach der 9 kam keine 10, sondern die 16.


Frohes Jahr 2010!

Labels:

2009-12-10

Vorsicht beim Flash-Update!

Die aktuelle Version von Flash ist 10.0.42.34. Heute fühlen sich viele User sicher, weil sie ein Update gemacht haben.

Aber hat das Update wirklich funktioniert?

Bitte testet auf Adobe Flash Player welche Version ihr habt. Auf Windows unbedingt mit Internet Explorer und mit einem Browser (z. B. Firefox) testen! Das sind nämlich 2 unterschiedliche Varianten des Flash-Players.

Labels: ,

2009-12-01

Religionsfreiheit ist keine piratige Freiheit!

In den Reaktionen zu Aaron Königs Blogpost »Respekt für die Schweiz« kann man heraus hören, dass viele Piraten die Religionsfreiheit für besonders wichtig befinden.

Auch wird der Begriff »piratig« gerne benutzt.

Dem setze ich entgegen: Religionsfreiheit ist nicht piratig!

Freiheit zu sagen was ich will, das ist eine piratige Freiheit. Über Biervulkane reden zu dürfen ist eine piratige Freiheit. Über einen Gott auf dem Planeten Kolob reden zu dürfen ist Freiheit.

Das leitet sich alles vom grundlegenden Freiheitsbegriff ab, den die Piratenpartei unterstützt.

Es braucht also keine explizite Religionsfreiheit. Schlimmer noch: Diese hat einige Unfreiheiten im Schlepptau, die man nicht haben will. Die Blasphemie-Gesetze zum Beispiel, die die Meinungsfreiheit einschränken und deren Deutungshoheit bei den Religionen selbst liegt.


Und apropos »piratig«: Wenn jemand sich gerne Aaron nennt, obwohl er Stefan heißt, dann ist das sein gutes Recht. Das zu kritisieren ist eher unpiratig. Fasst Euch an Eure eigenen Nasen!

Labels: , ,

2009-10-01

Wer Piratenpartei mit den Grünen vergleicht …

… sollte sich die Daten bitte genauer ansehen.

Habe mich auch gefreut, als es überall hieß die Grünen haben bei der ersten Bundestagswahl (1980) nur 1,5 % erhalten. Hat doch die Piratenpartei bei ihrer ersten Bundestagswahl schon satte 2 % erreicht.

Dann habe ich den Fehler gemacht mir Fakten anzusehen. Soll man nicht, ich weiß. Tat es trotzdem.

1979 traten die Grünen als »sonstige politische Vereinigung« bei der Europawahl an und kamen auf 3,2 %. Piratenpartei kam bei der Europawahl 2009 auf 0,9 %.

1980 wurde die Bundespartei der Grünen gegründet. 3 Jahre nach der Gründung (1983) sahnten sie 5,6 % bei der Bundestagswahl ab. Piratenpartei wurde 2006 gegründet und hat bei der Bundestagswahl 2009 2 % der Stimmen.


Ich denke wir sollten alle etwas ehrlicher sein. Auch im Wahlkampf und in der Aufbereitung der Niederlage.

Labels: , ,

2009-09-29

Was die Nichtwähler stattdessen hätten machen können

Nichtwähler haben nicht protestiert, sonder resigniert. Nachdem befragt was sie bewogen hat, hört man häufig die Beschwerde, dass sich eh nichts ändert und alle Parteien gleich sind.

Kurz nach der Wahl ist der hohe Nichtwähleranteil noch ein Thema. In ein paar Wochen zuckt man mit den Schultern und macht weiter wie bisher.

Dabei hätten sie was bewirken können. 18.774.900 Stimmen hätten ein Gewicht gehabt.

Ein paar Vorschläge:
  • Die Linken in die Regierungsverantwortung bringen. Ein Hammer, der der Unsozialisierung der SPD entgegengewirkt hätte.
  • Piratenpartei in den Bundestag zu hieven hätte die etablierten Parteien aufgeweckt.
  • Viele Sonstige Parteien nahe an die 5-%-Hürde zu bringen wäre ein Warnschuss an die bisherige Politik gewesen.
  • Mit einer extrem hohen Wahlbeteiligung (> 90 %) die Politiker überraschen, die sich bisher dem Desinteresse der Bürger sicher waren.
Die Kontrollwirkung der Medien schwindet. Die Kontrolle durch den Bürger geht zurück. Die Politiker-Kaste ist endlich frei.
Danke, Nichtwähler!

Labels: ,

2009-09-28

Wer immer noch behauptet die Piratenpartei sei eine 1-Themen-Partei, der lügt!

Bestes Ergebnis der Piratenpartei bei einer Bundestagswahl!



Die Piratenpartei hat bei dieser Bundestagswahl 1,36 % der Stimmen erhalten. Rund 846.000 Bürger stimmten für ihre Themen.

OK, die Nichtwähler werden normalerweise nicht mitgerechnet. Es sind also 2 % für die Piratenpartei. Das sind leider nicht die 5 %, die sich Viele erhofft haben, aber eine Steigerung seit der Europawahl.

Ein Gutes hat der große Abstand zur 5-%-Hürde: Es gibt keine Grabenkämpfe und Schuldzuweisungen wegen fehlenden 1 %.

Ich will ehrlich sein: Bei all der Begeisterung im Netz und Protest gegen die etablierten Parteien, habe ich mit einem Wunder gerechnet. 5,1 % wären irre gewesen, meinte auch Ulrich Wickert.

Die 2 % sind aber ein solider Anfang. Weiß nicht ob man sich mit den Grünen messen soll, deren erstes Bundestagswahlergebnis »nur« 1,5 % waren. Dazu war die Wahlbeteiligung zu gering. Wir haben aber ähnlich angefangen. Das macht Hoffnung. Und die nächsten Jahre gibt es viel zu tun. Es gilt nicht nur den Bundestag 2013 zu entern.

Die Themen der Piratenpartei haben schon im Wahlkampf andere Parteien inspiriert. Mit der neu gewonnenen Bekanntheit kann noch mehr Einfluss auf Politik und Meinung der Bevölkerung genommen werden.

Mit fast 10.000 Mitgliedern (Tendenz weiter steigend) lässt sich viel bewirken.

Labels: , ,