Dem Steff soi Blog

»Stefan, hol schon mal den Browser!«

Bei der Wahl geht es nicht um Parteien, sondern um Meinungen und Ziele

»Die Parteien sind eh alle gleich!« hört man sehr oft. Und im Grunde hat man mit dieser Einschätzung Recht. Ein eigenes Profil will man immer erst dann zeigen, wenn andere Parteien Teile der ehemaligen Wähler für sich gewinnt.

Und dann ändert sich plötzlich auch die Politik der sogenannten Volksparteien, den Parteien der Mitte.

Klassisches Beispiel war der Auftritt der Grünen, die eine großartige Oppositionspartei waren. Die Themen der ehemaligen Friedensbewegung und Umweltschützern wurden schon bald darauf von den anderen Parteien aufgegriffen. (Die Grünen wurden natürlich auch ausgegrenzt, kriminalisiert, vom Verfassungsschutz überwacht, usw.)

Nicht aus Überzeugung, sondern zum Machterhalt.

In der jüngeren Geschichte gibt es den Fall der ehemaligen Arbeiterpartei SPD, die durch neoliberale Gesetzgebung (aka »Hartz IV«) negativ aufgefallen ist. Die Partei WASG (Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative) wurde auf Reaktion darauf gegründet. Diese vereinigte sich später mit der Linkspartei.PDS (ehemals PDS, ehemals SED) und wurde zur Partei Die Linke.

Die Wähler dieser Partei ignorierten die 5-%-Hürde, die SED-Vergangenheit und auch die Ausgrenzung durch die anderen Parteien. Es ist relativ unwahrscheinlich Die Linke auf höheren Ebenen in der Regierungsverantwortung zu sehen (zumindest wenn man noch den Wahlversprechen der anderen Parteien glauben kann), weil niemand mit ihnen koalieren will.

Doch die Stimmen für diese Partei reichten aus aus den SPD-Politikern wieder Sozis zu machen. Zumindest den markigen Sprüchen (»Heuschrecken!«) nach.


Was ich damit sagen will?

Wählt nicht die Parteien! Wählt das Parteiprogramm, die politischen Ziele! Natürlich relativiert mit vergangenen Erfahrungen. Denn ein beschlossenes Parteiprogramm und gemachte Versprechungen sind nicht immer viel Wert. Die Nachkriegsgenerationen haben bisher nur folgende Parteien an der Regierung gesehen: CDU/CSU, FDP, Grüne, SED, SPD Und eigentlich bewegt man heute mehr, wenn man eben nicht eine der großen Parteien wählt, sondern eher klein. Denn so bestimmt man eine Richtung, statt den Status Quo zu bestätigen.

Tags: Politik, Wahlen
Kommentare

Geringe Wahlbeteiligung steigert den Wert Deiner Stimme!

Man rechnet bei dieser Europawahl wieder mit einer geringen (< 50 %) Wahlbeteiligung.

Das ist die Chance für DICH!

Je weniger Leute zur Wahl gehen, desto mehr Gewicht hat Deine einzelne Stimme. Dazu kommt noch, dass Europa die Gesetzgebung in den Mitgliedsländern bestimmt. Siehe Vorratsdatenspeicherung.

Und nicht von der geringen Größe mancher Parteien abschrecken lassen! Nur weil keine 5 % erreicht werden hört eine Partei nicht auf zu existieren und zu agieren.

Man muss nur darauf achten welches Signal man den anderen Parteien, jenseits der 5 %, schickt. Als Protestwähler die rechten Parteien gewählt haben, hat sich die Politik der übrigen Parteien nicht gebessert.

Kommentare

Bescheuerte Namen

Buford "Mad Dog" Tannen: What's your name, dude?
Marty McFly: Uh, Mar- Eastwood. Clint Eastwood.
Buford "Mad Dog" Tannen: What kind of stupid name is that?


Piratenpartei

Ernsthafte Ziele und erwachsene Inhalte, trotzdem hält man die Partei für eine Spaßpartei. In Reutlingen meint man sogar es ist nur ein Jux, wenn man bei der Piratenpartei ein Kreuz setzt.

Laut Partei-FAQ ist man sich der Problematik bewusst. Man hat den Namen sogar absichtlich gewählt.


Attac

Das gebräuchlichste Synonym für »Attacke« ist »Angriff«. So ist es nicht verwunderlich, wenn der Name der Organisation Attac eher gewaltbefürwortend klingt. Und da es bei Demonstrationen von Globalisierungsgegnern fast immer zu Ausschreitungen kommt, hat man die Verbindung schnell gezogen.

Dabei ist selbst ein Heiner Geißler Mitglied bei denen.

Ausgeschrieben und übersetzt heißt der Name übrigens »Vereinigung für eine Besteuerung von Finanztransaktionen zum Nutzen der Bürger«. Das klingt doch schon ganz vernünftig.


Second Life

Das 2. Leben. Oh, so ein Name zieht Spott schon automatisch an, unabhängig von den Inhalten.

Wenn Freizeitbeschäftigungen von der Norm (Fußball, Ficken, Alkohol) abweichen, spricht man gerne von »kein Leben haben«. Und da passt es ja schon, wenn eine Freizeitbeschäftigung einen solchen Namen hat.
Keine Diskussion vergeht ohne nicht mindestens einen Hinweis darauf, sich doch lieber um sein 1. Leben zu kümmern.

Ein Großteil der Bevölkerung sitzt im 1. Leben passiv vor dem Fernseher.

Trotzdem werden aktive Tätigkeiten, die Phantasie benötigen, ausgelacht. Dazu gehören Rollenspiele mit Würfel und/oder Computer, dazu gehören Weblogs, Chats, Foren. Und als Plattform eben auch Second Life.

Das 1. Quartal 2009 war nicht schlecht.


newLISP

Nichts bleibt ewig neu. Der Namensbestandteil "new" wirkt mit der Zeit etwas lächerlich. newLISP wird seit 1991 entwickelt. Version 1.3 wurde 1993 veröffentlicht.

Kommentare